Biruté Mary Galdikas

Die Kanadierin Biruté Mary Galdikas reiste im Jahre 1971 erstmalig nach Zentralkalimantan, um die dort lebenden Orang-Utans zu studieren und daraus Erkenntnisse zum menschlichen Ursprung zu erhalten. Wie Jane Goodall und Dian Fossey vor ihr wurde sie in diesem Vorhaben unterstützt durch den Paläoanthropologen Louis Leakey.

Biruté Mary Galdikas

Der Dschungel von Borneo ist weitaus unwirtlicher als der afrikanische, und das Projekt gestaltete sich als äußerst schwierig. Das Forschungscamp, das sie Camp Leakey nannte, war schwer zugänglich und monatelang lebte sie in einer  feuchten Rindenhütte, ohne einen Orang-Utan auch nur zu Gesicht zu bekommen. Gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Rod Brindamour gelang es ihr jedoch nach und nach, ein Studiengebiet zu erschließen, ein Pfadsystem aufzubauen und diese scheuen Affen aufzuspüren und zu beobachten.

Während der folgenden 20 Jahre sammelte sie hunderte Beobachtungsstunden. Ihre Forschung ergab viele Erkenntnisse, zum Beispiel, dass der Intervall, in dem Orang-Utan-Weibchen Kinder gebären, zwischen sieben und acht Jahren liegt.

1986 gründete Biruté Galdikas die Orangutan Foundation International (OFI), die inzwischen zu den führenden Orang-Utan-Schutzorganisationen gehört. Eine der bedeutendsten Maßnahmen der OFI war die Etablierung von Wachposten und Patroulien entlang des Sekonyer-Flusses angesichts eine Welle illegalen Holzeinschlages in der Folge des Sturzes von Präsident Soeharto im Jahre 1998. Diese Maßnahmen bilden den wichtigsten Schutz des Parks vor illegalem Holzeinschlag.

Durch ihre mehr als 35jährige Zusammenarbeit mit der indonesischen Regierung und ihren unverminderten Einsatz für den Schutz der Orang-Utans und ihres Lebensraumes hat Biruté Galdikas dazu beigetragen, den Tanjung Puting Nationalpark und die darin lebende Artenvielfalt zu erhalten und das Schicksal der Orang-Utans in das Licht der internationalen Öffentlichkeit zu rücken.

Biruté Galdikas nahm in den 1990er Jahren die indonesische Staatbürgerschaft an und erhielt für ihr Engagement zum Schutz der Orang-Utans von Tanjung Puting zahlreiche Auszeichnungen, darunter den United Nations Global 500 Award (1993), und wurde 1997 zum Officer of the Order of Canada ernannt. Sie hat außerdem eine Professur für Anthropologie an der Simon Fraser University Vancouver.

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